Liebfrauenkirche Gevelsberg
Umbau und Erweiterung einer ehemaligen Kirche in einer Kita und ein Kinderheim
[ Urwohnen GmbH ]
- Umsetzung2023 - 2026
- LeistungenLPH 1 - 5
- MaterialienBeton, Holz, Putz
- KonstruktionMassivbauweise
Die ehemalige Liebfrauenkirche in Hagen-Gevelsberg erhält eine neue, zukunftsorientierte Nutzung. Im Auftrag der Urwohnen Bau GmbH planen Schmidt Architekten die Umnutzung des entweihten Kirchenensembles zu einem lebendigen Ort mit Kindertagesstätte, kleiner Bücherei, Kleiderkammer für Bedürftige, zwei Pilgerwohnungen, zwölf eigenständigen Wohnungen, einem Gästezimmer für Übernachtungsgäste sowie einer kleinen Kapelle.
Die in den 1960er-Jahren errichtete katholische Kirche wurde über die Jahrzehnte mehrfach erweitert und umgebaut. Teile der vorhandenen An- und Nebenbauten werden zurückgebaut und durch einen neuen zweigeschossigen Anbau ergänzt. Im Mittelpunkt der Planung steht die behutsame Transformation des bestehenden Gebäudebestands unter Erhalt seiner prägenden Architektur.
Die Kindertagesstätte entsteht im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss des ehemaligen Kirchenschiffs sowie in Teilen des neuen Anbaus. Im zweiten Obergeschoss des Kirchenschiffs werden Wohnungen geschaffen. Hierfür werden neue Geschossdecken in das bestehende Kirchenschiff eingebaut. Der ehemalige Kirchturm wird im Erdgeschoss zu einer kleinen Kapelle umgenutzt; in den Obergeschossen entsteht ein eigenständiger Gästebereich mit einem Hotelzimmer.
Die Wohnungen und der Gästebereich werden über ein innenliegendes Treppenhaus sowie zusätzlich über eine begrünte Dachterrasse auf dem Anbau erschlossen. Die nordöstlich gelegenen Bestandsanbauten werden im Untergeschoss zu zwei Pilgerwohnungen, einer Kleiderkammer und einer kleinen Bücherei umgebaut. In den darüberliegenden Geschossen entstehen weitere Wohnungen.
Die Architektur bewahrt den Charakter der ehemaligen Kirche. Die vorhandene Struktur, die Kubatur, das Metalldach sowie einzelne prägende Elemente wie eine historische Bleiverglasung bleiben erhalten. Neue Fensteröffnungen, teilweise spielerisch und rund ausgebildet, verweisen auf die neue Nutzung als Kindertagesstätte und setzen gemeinsam mit farblichen Akzenten neue gestalterische Impulse. Neue Stahlaußentreppen erschließen die Obergeschosse und dienen zugleich als zweite Rettungswege.
Durch den Rückbau vorhandener Anbauten entsteht ausreichend Raum für großzügige Außenanlagen der Kindertagesstätte. Der Außenbereich wird als lebendiger Ort der Begegnung geplant und bietet vielfältige Spiel- und Freiflächen für Kinder, Bewohnerinnen und Bewohner sowie Besucher.
Die Planung erfolgt in enger Abstimmung mit der Bauherrschaft, der Evangelischen Stiftung Volmarstein als zukünftigem Betreiber sowie dem Landschaftsverband. Schmidt Architekten sind mit den Leistungsphasen 1 bis 5 gemäß HOAI beauftragt.